smart heizen

smart Heizen

Neben einem intelligenten Energiemanagement kommt in jeder meiner Beratungen die Frage nach Einsparungen durch intelligenteres Heizen zur Sprache. Heizungen machen den Großteil des privaten Energieverbrauchs aus und verfeuern dazu meist noch immer fossile Brennstoffe. Großen Spar-Versprechen vieler Anbieter smarter Technik stehen in der Realität leider oft auch große Schwierigkeiten bei der Umsetzung entgegen. Fachhandwerker stehen „smarten“ Eingriffen in „ihre“ Heizungssteuerungen ablehnend gegenüber und auch die Heizgerätehersteller bemühen sich nach Kräften, ihre Systeme abzuschotten. Eine Heizsteuerung individuell auf Ihr persönliches Wärmewohlbefinden abzustimmen ist eine komplexe Aufgabe, und rundum zufrieden werden Sie damit nur sein, wenn alles wie in richtigen Smart Houses so weit wie möglich automatisch vonstatten geht.

Wärmekomfort ist etwas ganz Individuelles

Die Auslegung einer Heizungsanlage und ihre Steuerung ist in besonderem Maße durch die Bauphysik des Gebäudes bestimmt. Der Verbrauch wird im wesentlichen durch die Dämmung eines Hauses und die Effizienz des Wärmeerzeugers bestimmt und im Normalfall nur in geringem Umfang durch die Steuerung. Individueller Wärmekomfort ist eine diffizile Sache. Jeder Mensch hat sein eigenes Wärmeempfinden und Wärmebedürfnis. Die grundsätzliche Schwierigkeit einer jeden Steuerung besteht darin, daß diese auch noch situationsabhängig ist und sich im Zeitverlauf ändern kann. Wenn Sie beispielsweise mangels Alternativen aktuell Ihr Homeoffice im Schlafzimmer eingerichtet haben, dann soll das jetzt tagsüber ausreichend warm und nachts schlaffördernd kühl temperiert werden. Andere Räume hingegen sollen ganztägig kühl bleiben (Küche) oder nur gegen Abend wohlig warm sein (Wohnbereich). Der Schlüssel zu Einsparungen liegt darin, Räume nur dann zu heizen, wenn sie genutzt werden. Tatsächlich können durch die Optimierung der Steuerung energetische und finanzielle Einsparungen erzielt werden, in Einzelfällen sogar größere. Leider sind Anwesenheitszeiten heutzutage immer weniger vorhersagbar geworden. Heute Büro, morgen Homeoffice, Kurzarbeit oder auch Dienstreise. Statische Heizpläne können diese Dynamik nicht abbilden und wirken nicht selten sogar kontraproduktiv. Auf einer solch volatilen Basis generell Einsparungen in Aussicht zu stellen, ist unseriös. Es kommt im hohen Maße auf die Umstände im Einzelfall an, hier nur exemplarisch seien schlechter gedämmte Altbauten mit höherem Sparpotential und Mietwohnungen ohne Zugang zur Heizungssteuerung erwähnt.

Heizungssteuerungen: weder richtig sparsam noch komfortabel

Herkömmliche Heizungssteuerungen können den grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen Wärmekomfort und Energiesparen nicht auflösen, weil nur eine Führungsgröße ausgewertet wird – meist eine einzelne Raumtemperatur – und nur eine aktiv beeinflussbare Stellgröße existiert, die Vorlauftemperatur. Eine brauchbare zeitabhängige Steuerung oder raumgenaues Heizen sind damit nicht möglich. Der oft gepriesene hydraulische Abgleich bewirkt in diesem Zusammenhang übrigens lediglich ein statisches Verhältnis der Raumtemperaturen zueinander, es wird sozusagen das Haus nur ganz oder gar nicht geheizt. Sie müssten an Homeoffice-Tagen also jedes Mal überall im Haus die Thermostate erst händisch zudrehen. Bei einer Fußbodenheizung ist das kaum möglich. Und ganz sicher ist das nichts, woran Sie auf Dauer jeden Tag denken müssen wollen.

Smarter heizen

Bei alldem sollten zudem noch weitere Faktoren wie die Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden und ob auch der Kamin gerade mitheizt. An dieser Komplexität scheitern herkömmliche Heizungssteuerungen bzw. behelfen sich mit Kompromissen mit mauen bis durchwachsenen Ergebnissen. Und das gilt schon bei nur eine Bewohnerin bzw. einen Bewohner – da wären dann allerdings noch Partner(in) oder die Familie mit ihren jeweils eigenen Vorstellungen davon, wann es wo wie warm sein soll. Bei einer smarten Grundaustattung sind Bewegungs- und Temperatursensoren in den meisten Räumen vorhanden, alle Raumtemperaturen und weiteren zum präzisen und passgenauen Heizen sinnvollen Informationen wie etwa über die Anwesenheit der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner liegen also vor und können mit Echtzeit-Informationen aus dem Internet wie der Wettervorhersage kombiniert werden. Jeder Radiator bzw. bei Fussbodenheizungen jede Heizschleife kann mit aktiven Stellelementen aufgerüstet werden. Auch nicht-smarte zusätzliche Geräte wie beispielsweise elektrische Heizlüfter können in die Steuerung aufgenommen werden. Wichtig zu wissen: sollte die so „aufgesetzte“ smarte Steuerung einmal ausfallen, funktioniert die herkömmliche weiterhin. Diese smarte Erweiterung ermöglicht raumindividuelle und in einigen Fällen sogar personalisierte Heizpläne. So ist es beispielsweise möglich, daß Ihr Smartphone Ihre Abfahrt aus dem Büro erkennt und dies der Haussteuerung ohne Ihr Zutun signalisiert, so dass Sie bei Ankunft Ihr Zimmer vorgeheizt erwartet.

Natürlich lassen sich viele moderne Heizungssysteme auch schon per Handy fernsteuern. Echter Luxus ist es aber erst dann, wenn Sie daran gar nicht mehr zu denken brauchen, denn

ein wirklich smartes Haus macht von ganz allein was Sie möchten

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